
Permakultur
Dein Garten – Deine Revolution
Unser Klima
Die Bezeichnung „Permakultur“ ist nicht nur eine Verkürzung von ,,Permanenter Agrikultur“, sondern auch von ,,Permanenter Kultur“, da Kulturen ohne zukunftsfähiger landwirtschaftlicher Basis und Ethik der Landnutzung nicht lange überleben können.
Permakultur ist ein Planungssystem zur Schaffung zukunftsfähiger, menschlicher Lebensräume.
Besonders wichtig ist, dass wieder eine tiefgreifende Solidarität in der Gesellschaft und auch mit unseren Mitlebewesen wie Tieren, Pflanzen, Mikroorganismen entsteht

Permakultur ist weit mehr als eine Methode des Gärtnerns. Sie ist eine Haltung, die zeigt, wie wir mit der Natur statt gegen sie arbeiten und wie daraus widerstandsfähige Lebensräume, lebendige Gemeinschaften und neue Antworten auf die Herausforderungen des Klimawandels entstehen.
Ein inspirierender Vortrag für alle, die Zukunft aktiv mitgestalten möchten – unabhängig davon, ob sie einen Garten besitzen oder nicht.
Die promovierte Ökologin Dr. Sigrid Drage zählt zu den bekanntesten Permakultur-Expertinnen Österreichs. Seit 2012 unterrichtet sie an der Permakultur-Akademie im Alpenraum, war viele Jahre für den Biodiversitäts-Hof von Sonnentor verantwortlich und bewirtschaftet heute gemeinsam mit ihrem Team einen Gemeinschaftshof, auf dem Permakultur-Landwirtschaft und ein innovatives Wasserleitsystem zeigen, wie zukunftsfähige Landwirtschaft gelingen kann.
Vortrag von Sigrid Drage
Der ethische Anspruch von Permakultur-Systemen
Ethik bedeutet moralische Überzeugungen und Taten in Bezug auf das Überleben auf unserem Planeten. Bei der Planung von Permakultur-Systemen legen wir auf drei ethische Grundsätze besonderen Wert: Sorge für die Erde, Sorge für die Menschen und die Bereitstellung von überschüssiger Zeit, Geld und Energie hierfür.
- Sorge für die Erde bedeutet Sorge für alle belebten und unbelebten Dinge. Böden, Arten und Unterarten, Atmosphäre, Wälder, Kleinlebensräume, Tiere, Gewässer. Sie umfasst unschädliche und wiederherstellende Tätigkeiten, aktiven Naturschutz, verantwortungsvolle und sparsame Nutzung von Ressourcen und ,,rechtschaffene Arbeit“ (Arbeit für nützliche und produktive Systeme).
- Sorge für die Menschen ist eine unmittelbare Folge von Sorge für die Erde, damit für unsere Grundbedürfnisse nach Nahrung, Unterkunft, Bildung, sinnvoller Beschäftigung und geselligem, menschlichem Kontakt gesorgt wird. Sorge für die Menschen ist wichtig, denn obgleich die Menschheit nur einen kleinen Teil des gesamten Lebensgefüges der Erde ausmacht, haben wir doch entscheidenden Einfluss darauf. Wenn wir unseren Grundbedarf decken können, brauchen wir uns auf keine großflächig zerstörerischen Methoden gegen die Erde einlassen.
- Bereitstellung von überschüssiger Zeit, Geld und Energie, um die Ziele der Sorge für die Erde und die Menschen zu erreichen. Das bedeutet, dass, nachdem wir unsere Grundbedürfnisse gedeckt und unsere Systeme nach unserem besten Vermögen gestaltet haben, wir unseren Einfluss und unsere Energien ausdehnen können, um anderen zu helfen, dieses Ziel zu erreichen.
Permakultur – Systeme haben eine grundlegende Lebensethik, die den Eigenwert jedes lebenden Wesens anerkennt. Ein Baum ist ein Wert an sich, selbst wenn er keinen kommerziellen Wert für uns hat. Dass er lebendig ist und funktioniert, darauf kommt es an! Er erfüllt seine Rolle in der Natur: Er führt Biomasse in den Kreislauf zurück, liefert Sauerstoff für die Region, nimmt Kohlendioxyd auf und speichert es, bietet Tieren Unterschlupf, baut Böden auf, usw.
Ethik in der Permakultur durchdringt alle Aspekte umweltorientierter, wirtschaftlicher und gemeinschaftlicher Systeme: Kooperation statt Konkurrenz – darauf kommt es an!
Einige Möglichkeiten, ethische Ansprüche in Permakultur-Systemen zum Ausdruck zu bringen:
- Denk an die Langzeitfolgen deiner Handlungen. plane im Sinne von Zukunftsfähigkeit.
- Wo immer möglich, verwende in deinem Einflussbereich heimische Arten oder jene eingebürgerten Arten, die als „verträglich“ bekannt sind. Die unbedachte Einführung potenziell invasiver Arten könnte das natürliche Gleichgewicht kippen.
- Kultiviere möglichst keine Flächen. Plane energieeffiziente, intensive Systeme in kleinem Maßstab, anstelle energieverschlingender, extensiver Systeme in großem Stil.
- Strebe nach Vielfalt und Polykultur (im Gegensatz zu Monokultur). Das schafft Stabilität und hilft, für soziale und ökologische Veränderung gewappnet zu sein.
- Erhöhe die Summe der Erträge: schau auf den Gesamtertrag deines Systems. Betrachte auch eingesparte Energie als Gewinn.
- Verwende physikalische (Sonne, Wind, Wasser) und biologische (Pflanze und Tier) Niedrigenergie-Systeme, um Energie zu erhalten und zu gewinnen.
- Bring den Nahrungsanbau zurück oder in die Nähe der Städte, wo er in nachhaltigen Kulturen traditionellerweise immer gewesen ist.
- Unterstütze Menschen dabei, unabhängig zu werden und setze dich für gemeinschaftliche Verantwortung ein.
- Stelle die Fruchtbarkeit des Bodens wieder her (Wiederaufforstung der Erde)
- Nutze alles auf bestmögliche Weise. Produziere keine ,,Abfälle“ und wenn doch, so verwerte diese vollständig.
- Suche Lösungen und sieh nicht die Probleme
- Arbeite, wo es sinnvoll ist. Pflanze einen Baum dort, wo er überleben wird (Unterstütze Menschen, die lernen wollten).
Fotos vom Vortrag
Fotos: C. Auer
Herzlichen Dank an Sigrid, Heinrich, Aloisia und Rudi für diesen wundervollen Abend!

