1/3 der österreichischen Gesamtemissionen entfällt auf die Industrie.
Somit ist die Industrie der Sektor mit den höchsten Treibhausgas-Emissionen in Österreich. Im Betrachtungszeitraum 1990 – 2022 ist es nicht gelungen die Emissionen zu reduzieren. Oberösterreich produziert durch die hier ansässige Industrie besonders viele Emissionen .

Detaillierte Darstellungen der Emissionen sind im Klimadashboard Österreich ersichtlich.

Klimaneutralität sollte in erster Linie durch Maßnahmen zur Minderung und Vermeidung von Treibhausgas-Emissionen erreicht werden

Trotz Maßnahmen zur Treibhausgas-Reduktion wird ein Rest an schwer bzw. nicht vermeidbaren THG-Emissionen übrig bleiben. Welche Lösungsansätze für diese Restemissionen gibt es? Welche sind in Entwicklung? Mit dieser Thematik befasst sich die Carbon ManagementStrategie (CMS).

Zementwerk Gmunden
In Gmunden haben wir mit dem Zementwerk ein Paradebeispiel für die Anwendung von Carbon Management. Bei der Produktion von Zement fallen enorme Mengen von CO2 an.

Mehr dazu:
So soll die Zementproduktion CO2-neutral werden (futurezone.at)

Geruchs- und Lärmbelästigungen

Eine CO2-Abscheidung bei der Zementproduktion sollte auch im Interesse der Bürger und Bürgerinnen sein. Bei einem anderen Punkt gehen jedoch die Interessen des Zementwerks und die der Gemeinde auseinander. Seit dem Frühjahr 2019 klagen Anrainer über massive Geruchs- und Lärmbelästigungen. Anrainer taten sich zusammen und gründeten einen Bürgerbeirat, dessen Sprecher der Altmünsterer Gerhard Plasser ist.

Im jahrelangen Rechtsstreit um eine Vereinbarung aus dem Jahr 1996 zwischen dem Zementwerk Gmunden und den vier Gemeinden Pinsdorf, Ohlsdorf, Gmunden und Altmünster gibt es nun ein klares Urteil: Zementwerk-Vereinbarung bleibt gültig: Gemeinden gewinnen Rechtsstreit – salzi.at

Die Vereinbarung von 1996 verpflichtet das Zementwerk gegenüber den Gemeinden, über das gesetzliche Minimum hinausgehende Emissionsschutz- und Umwelttechnologien anzuwenden, die beste verfügbare Technik einzusetzen und bestimmte Brennstoff-Importe zu vermeiden.

Bürgermeister Stefan Krapf zeigt sich erfreut über das Urteil: „Dies ist ein wichtiger Schritt in Richtung Transparenz und Mitbestimmung. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, um offen aufeinander zuzugehen und mit dem Zementwerk Hatschek in einen konstruktiven Dialog zu treten sowie außergerichtlich an gemeinsamen Konzepten und Lösungen zu arbeiten. Ein offenes und ehrliches Miteinander ist uns Gemeinden sehr wichtig und soll die Basis für ein effizientes Wirken zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger sein“, so Krapf. 

Titelbild: Christian Auer